Der neue Höhlenkundliche Weg bei Mühlbach

erstellt von der Karstgruppe Mühlbach e.V.

Der Hintergrund.....

Im Jahre 2001 gelang den Höhlenforschern der Karstgruppe Mühlbach nach langjähriger Vorarbeit der Durchbruch in die Mühlbachquellhöhle. Die „Sieben-Täler-Stadt“ Dietfurt, auf deren Gemeindegebiet die Höhle liegt, ist seither um ein Tal reicher: das des unterirdischen Mühlbachs. Es handelt sich um eine wasseraktive Flußhöhle - die erste, die auf dem Gebiet der Fränkischen Alb bekannt wurde - und sie birgt aus diesem Grunde große Gefahren. Deshalb kann sie auch nur von gut ausgerüsteten Spezialisten besucht werden. Auch ein Ausbau zu einer Schauhöhle wird auf Grund der zerstörerischen Kraft des fließenden Wassers nicht möglich sein.

Die Idee....

......... einen höhlen- und karstkundlichen Wanderweg anzubieten, kam uns, weil immer deutlicher wurde, dass ein Besuch der Mühlbachquellhöhle nur einigen Wenigen möglich sein wird. Da wir uns aber der Bedeutung dieser Höhle für die Gemeinde Dietfurt und vor allem den Ort Mühlbach sehr wohl bewusst waren, suchten wir nach Möglichkeiten, um der Bevölkerung die Höhle wenigstens in Bildern, Filmen und Vorträgen detaillierter näher zu bringen. Im Laufe der Zeit entstand so dann auch die Idee, die Höhle oberirdisch zu erwandern und anhand von Schautafeln deutlich zu machen, was sich in etwa 100m Tiefe unter dem Waldboden befindet. Des Weiteren sollte für Kinder die Möglichkeit entstehen, typische höhlenforscherische Tätigkeiten außerhalb der Höhle nachzuerleben. Aus diesem Anlass hatten wir im Jahre 2003 nach vorherigen losen Gesprächen der Gemeinde Dietfurt und dem Ortssprecher von Mühlbach einen 32 Seiten umfassenden Entwurf zu einem karstkundlichen Wanderweg über der Mühlbachquellhöhle mit höhlenbezogenen Bewegungsstationen für Kinder überreicht. Damit war der Anfang zum nun im ersten Schritt entstandenen „Höhlenkundlichen Weg“ gemacht.

 

Die Umsetzung.....

....erfolgte dann durch die Festlegung eines groben Wegverlaufes, den wir zunächst anhand einer topographischen Karte auswählten. Dabei wollten wir einerseits dem Höhlenverlauf folgen, andererseits aber soweit als möglich bereits bestehende Wege auf der Hochfläche nutzen. Wie so oft waren Theorie und Praxis etwas voneinander entfernt, und so mussten wir den Weg erst einige Male abgehen, um Unregelmäßigkeiten auf der Karte wieder auszugleichen.
Im Jahre 2004 wanderten wir den uns geeignet erscheinenden Verlauf mit einem Mitarbeiter des Landratsamtes ab, um zu überprüfen, ob unsere Wegeplanung auch naturschutzrechtlich Bestand haben konnte. Zu unserer Freude mussten nur Kleinigkeiten korrigiert werden. Wir waren auch bemüht, die Grundstücksbesitzer mit in unsere Überlegungen einzubeziehen, um soweit als möglich bereits von vornherein problematische Bereiche entschärfen zu können; schließlich lag uns ja daran, auch von hier eine breite Zustimmung zu unserem Projekt zu erhalten.
So wurde der Weg bis zu seinem jetzigem Verlauf sicherlich annähernd einhundert Mal abgegangen und es wurden immer wieder kleine Veränderungen eingebaut. Dazwischen wurde an den Texten, Bildern und Grafiken der Hinweistafeln gearbeitet, um auch hier eine fachlich korrekte Darstellung abgeben zu können. Der Zeitaufwand hierfür war beachtlich , aber wir hoffen, dass sich das Ergebnis sehen lassen kann. Dazwischen hatten wir dem Gemeinderat über den Fortschritt Bericht erstattet, und die benötigten Gelder wurden dann auch im Jahre 2005 beantragt. Im Zuge einer einheitlichen Wanderwegmarkierung wurde im Rahmen des Projektes „Jura 2000“ die Wegnummer 6 für unseren Weg festgelegt. Die benötigten Schilder wurden von der Gemeinde in Auftrag gegeben und zusammen mit dem Dietfurter Wanderwegwart angebracht. Nach unseren Vorlagen wurden die 18 Schau- und Übersichtstafeln gedruckt, die dazu benötigten Holzständer angefertigt und dann von Mitarbeitern des Dietfurter Bauhof an von uns entlang des Wanderweges festgelegten Punkten aufgebaut. Somit konnte der Höhlenkundliche Weg Nr. 6 am Samstag, dem 29. September 2005, unter Beteiligung vieler Wanderfreunde offiziell eingeweiht werden.

 

Ausblick.....

.... auf die Bewegungsstationen und deren Verwirklichung. Im Augenblick sind die Prüfungen dazu im vollen Gange und wir sind sicher, dass die Umsetzung noch in diesem Jahr geschehen wird.